Kreatives Bewegungstheater

Dieser Kurs will seinen kleinen Teilnehmern eine Tür zu ihrer eigenen Kreativität öffnen. Jeder findet hier einen Platz, spielerisch seine ganz eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Dies hilft den kleinen Menschen, sich auf eine Weise zu entwickeln, um eines Tages als eine sebstbewusste, offene Person durch das Leben zu gehen, die um ihre eigene schöpferische Kraft weiß. Durch viele Bewegungsspiele wird das Körperbewusstsein und motorische Fähigkeiten gefördert, die Arbeit in der Gruppe unterstützt die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Vor allem aber soll der Unterricht natürlich eines - nämlich Spaß machen. Und es wird an einem Theaterstück gearbeitet, das am Ende aufgeführt werden soll.

Der Kurs dauert nach einem Probemonat das ganze Schuljahr und findet einmal wöchentlich statt, bei einer Dauer von je 90 Minuten. Er schließt mit einem gemeinsamen Tag ab, zu dem die Kinder ihre Familien und Freunde einladen können, um sie mit dem Gelernten zu überraschen.

Den Kurs leiten Samuel Nuñez und Maren Bülling. Samuel Nuñez ist ausgebildeter Schauspieler und Regisseur. In Chile gab er auch Theaterunterricht für Kinder und leitete Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer im Auftrag des chilenischen Ministeriums für Erziehung. Seit 2007 gibt er Theaterschauspiel-Kurse für Erwachsene im Tatwerk und arbeitet mit seiner eigenen Theaterkompanie. Maren Bülling ist Yogalehrerin und befindet sich seit 2006 in Ausbildung zur Heilpraktikerin. Sie hat an verschiedenen Yogaschulen Kurse und Seminare für Kinder gegeben.

 

Yoga für Kinder

Dass Yoga bei erwachsenen Menschen einiges bewirken kann, ist mittlerweile bekannt. Aber auch immer mehr Kinder entdecken den Spaß daran. Natürlich üben sie anders als die Großen - viel mehr spielerisch, phantasievoll und kreativ. Gerade auf dieser Ebene erfahren sie oft einen ganz direkten Zugang zum Yoga. Die Wirkungen der Übungen sind für Kinder so vielfältig wie für die Erwachsenen. Sie verbessern und differenzieren Motorik, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung, sinnliche Wahrnehmung und Konzentration und damit auch die Lernfähigkeit. Die Kreativität und Vertrautheit im Umgang mit dem eigenen Körper wird gefördert, das Selbstbewusstsein gestärkt.

Ein wichtiger Teil der Yogastunde sind die verschiedenen Übungen zur Entspannung. In einem lebendigen, natürlichen Wechselspiel von muskulärer oder geistiger Anspannung und dem Entspannen, dem Loslassen, das immer wieder zwischendurch geübt wird, werden die Kinder mit Momenten der Stille vertraut, die sie dann auch ganz für sich finden und genießen können. So kann Yoga gerade bei stressbedingten bzw. psychosomatischen Krankheiten wie einigen Hautkrankheiten, Allergien u.v.m. vorbeugen und unterstützen.

Geübt wird in einer kleinen Gruppe mit maximal 8 Kindern. Die Yogastunde dauert 60 Minuten, eine Probestunde ist möglich. Yogamatten und Decken für alle sind vorhanden. Kursleiterin ist Maren Bülling. Sie ist Yogalehrerin und befindet sich seit 2006 in Ausbildung zur Heilpraktikerin. Seit vielen Jahren praktiziert sie Yoga und hat an verschiedenen Schulen Kinder im Yoga unterrichtet.

 

Ausbildung Integrales Theater

In Erweiterung der bisherigen Arbeit im Tatwerk bieten wir ab dem Jahr 2010 ein alternatives, umfassendes Ausbildungskonzept für Bühnenkünstler an. Künstlerischer Leiter ist Samuel Nuñez, der sein Konzept seit vielen Jahren in anspruchsvollen Kursen für Laien wie auch als Weiterbildung für ausgebildete Schauspieler, Tänzer und Musiker anwendet. Sein Ansatz unterscheidet sich in vielen Punkten von der konventionellen Art der Ausbildung von Künstlern, z.B. an Schauspielschulen.

Philosophie
Die Ausbildung in Integralem Theater ist keine, die die Schüler primär auf ein reibungsloses Funktionieren in der Arbeitswelt vorbereiten will. Es geht nicht um die bestmögliche Erfüllung von Anforderungen eines mehr oder weniger feststehenden Systems, nicht um den "Marktwert" des Schauspielers. Es geht um die Transformation von Menschen durch die Kunst.

Wir möchten Künstler ausbilden, die im wahrsten Sinne des Wortes kreativ sind. Die als vollständige Künstler in der Lage sind, aus sich selbst heraus schöpferisch zu arbeiten. Die nicht bloß künstlerischen und ästhetischen Richtlinien folgen und Anweisungen bestmöglich auszuführen gelernt haben, sondern ihren eigenen, authentischen Fingerabdruck in der Welt der Kunst hinterlassen werden. Ein solcher Künstler kann das erdrückende System unserer Vorstellungen, Klischees und Normen aufbrechen - in sich selbst und so auch für andere Menschen, seine Gesellschaft, seine Kultur.

Dies ist nur möglich durch einen so mühsamen wie spannenden Prozess der Selbsterforschung, der zur umfassenden Kenntnis des Instruments eines jeden Künstlers führt, welches seinen Körper, seinen Geist, seine Emotionen - sein ganzes Wesen umfasst. Dieser Ansatz ist vielen Traditionen aus der Geschichte des Theaters verwandt, in denen die Kunst ein Mittel war, um eine echte und lebendige Verbindung zu schaffen zwischen dem Menschen und seinem Geist, seiner Kultur - seinen Mythen und seinen Traditionen.
In einem Prozess der Transformation durch das Theater - durch Hingabe an die Kunst, harte Arbeit und Disziplin - erreicht der Künstler einen Zustand, in dem Tiefe, Wahrhaftigkeit und Präzision zur natürlichen Grundlage seines Schaffens werden.

Ausbildung in der Kompanie
Grundlage ist ein zweijähriges intensives Training in den Bereichen Körper, Geist und Emotion. Zunächst dient dieses dem Lösen von Blockaden körperlicher, mentaler und emotionaler Art und dem Erkennen und Übertreten von Gewohnheiten und (scheinbaren) Grenzen in diesen Bereichen. Gleichzeitig wird eine solide und sehr praktikable "handwerkliche" Basis vermittelt. Im Laufe der ersten beiden Jahre werden verschiedene Installationen und Performances, Szenenstudien und Theaterstücke erarbeitet und auf der Bühne des Tatwerk gezeigt.

Nach zwei Jahren beginnt eine Phase, in der das Gelernte im Rahmen der Arbeit an mehreren Stücken mit verschiedenen Regisseuren angewandt und vertieft wird. Dies geschieht in Form einer Theaterkompanie, von deren Mitgliedern es auch abhängt, ob und wo die einzelnen Stücke nach ihrer Premiere im Tatwerk gezeigt werden.

Kernkompetenzen - Sprecherziehung, Kampfkunst etc. muss ...

Inhalte

Körper, Raum und Kommunikation
+ Intensives Bewegungstraining
+ Übungen zur Erkundung und Erweiterung des Bewegungsrepertoires
+ Akrobatik
+ Bewusstsein des Raums
+ Wahrhaftigkeit im körperlichen Ausdruck
+ Kommunikation mit dem Betrachter
+ Kommunikation der Körper im Raum
+ Dramaturgie des Körpers

Zeitgenössischer Tanz
+ Grundlagen und Prinzipien des zeitgenössischen Tanzes
+ Choreographie und Komposition
+ Improvisation
+ Contact Improvisation
+ Zeitgenössischer Butoh-Dance

Emotion
+ Alba Emoting, Emotionales Gedächtnis, Zustand nach Artaud u.a.
+ Grundemotionen erkennen und erreichen sowie ggf. bestehende Blockaden lösen
+ "Dosierung" und Kombination der Grundemotionen (Erwachsene Emotionen)

Körperbewusstsein und Konzentration
+ Übungen aus Yoga, Aikido, Zen und Butoh
+ Verfeinerung der Wahrnehmungsfähigkeit für Körper, Atmung und Zustände des Geistes
+ Arbeit an Haltung, Muskelkraft, Flexibilität und körperlichen wie geistigen Blockaden

Interpretation und Transformation
+ Schauspiel-Improvisation
+ Systematischer Rollenaufbau
+ Textanalyse und -strukturierung, Subtext, Partituren
+ Charakterisierung durch Körper und Stimme
+ Charakterisierung durch Kostüm und Make-Up oder "ohne alles"
+ Psychologischer und emotionaler Aufbau der Rolle
+ "Menschwerdung" des Gerüstes der Rolle
+ Impuls und physisches Handeln

Angewandte Theater-Theorie und Philosophie
+ Konstantin Stanislavski
+ Antonin Artaud
+ Jerzy Grotowski
+ Eugenio Barba
+ Peter Brook u.a.

Angewandte Ästhetik
+ Installation & Bodyart
+ Beziehung zwischen Zuschauer und Schauspieler
+ Intervention des öffentlichen Raums
+ Gestaltung der Bühne
+ Realismus, Groteske, Expressionismus, Minimalismus u.a.

Stimme & Sprechen
+ Körper-Stimm-Training
+ Resonanz, Projektion
+ Diktion, Artikulation u.a.

Japanische Kampfkunst
+ Stock
+ Schwert

Semiologie/Semiotik
+ Zeichensysteme
+ Sprache, Zeichen und Symbol im Theater u.a.

Theater-Anthropologie
+ Traditionen des Theaters anderer Kulturen
+ Körpertraining des Noh-Theaters

Dramaturgie
+ Theorie und Praxis
+ Schreiben und Erzählen
+ Aufbau der dramatischen Linie
+ Struktureller Aufbau eines Stücks

Psychologie
+ Psychologie der menschlichen Persönlichkeit
+ Theater und Psychoanalyse

Soziologie
+ Soziologie des Körpers und Theaters
+ Performance-Theorie

Ausbildungsleiter

Samuel Nuñez (Vita s. Profil)

Dozenten & Assistenten

Amrei Kaufmann
ist studierte Theater- und Kulturwissenschaftlerin (M.A.) und ausgebildete Tänzerin mit den Schwerpunkten Ballett und Grahamtechnik. Sie wirkte in zahlreichen Projekten in den Bereichen Tanz, Theater, Film und Performance mit. Seit 2009 lernt sie Integrales Theater bei Samuel Nuñez und ist Mitglied seiner Kompanie. Innerhalb der Ausbildung unterrichtet sie schwerpunktmäßig das Fach "Moderner und zeitgenössischer Tanz". Hier sollen Grundlagen des zeitgenössischen Tanzes, Körperwahrnehmung, Körperbeherrschung, tänzerische Kreativität, Improvisation und Choreographie vermittelt werden, dem Motto Pina Bauschs folgend: "Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, als was sie bewegt".

Ariane Ott
ist ausgebildete Schauspielerin und absolvierte ein Studium der Medienwissenschaft und Neueren Deutschen Literatur (M.A.). Seit 2007 lernt sie Integrales Theater bei Samuel Nuñez und ist Assistentin bei seinen Kursen und Workshops. Im Rahmen der Ausbildung unterrichtet sie neben theoretischen Fächern insbesondere Akrobatik mit einem Schwerpunkt auf der Partnerakrobatik.

Maren Nuñez
ist Yogalehrerin und Heilpraktikerin. Zur Zeit absolviert sie nebenberuflich ein Studium der Psychologie (B.Sc.). Im Rahmen der Ausbildung unterrichtet sie das Fach "Körperbewusstsein und Konzentration", in das insbesondere ihre Beschäftigung mit Aikido-Zen, Butoh-Tanz und Integralem Theater mit einfließen. Der Unterricht ist - weitab von Ideologie und Weltanschauung - ausgerichtet auf die Bedürfnisse des Bühnenkünstlers. Die Berücksichtigung östlichen Wissens bei der Ausbildung von Schauspielern ist nicht sehr verbreitet, aber durchaus nicht neu. Schon Jerzy Grotowski nutzte Übungen des Hatha-Yoga, u.a. um seinen Schülern ein Verständnis der energetischen Vorgänge im Körper zu ermöglichen, die von großem Nutzen, zum einen für Entwicklung des Künstlers, aber auch seine Präsenz und Interaktion auf der Bühne sein können.
Maren Nuñez wird außerdem im zweiten Ausbildungsjahr das Fach "Psychologie" unterrichten und ist zuständig für organisatorische Abläufe im Tatwerk.

Michael Neuber
- Dozent für das Fach Soziologie -

& Externe Dozenten
für die Fächer Sprecherziehung, Butoh-Dance und Japanische Kampfkunst

Organisatorisches

Basisausbildung
+ Die durchschnittliche Wochenstundenzahl beträgt 12 Zeitstunden während 44 Unterrichtswochen im Jahr.
+ Der Arbeitsaufwand außerhalb der Unterrichtszeiten beträgt ca. 12 Wochenstunden.
+ Täglich feste Probezeiten, an denen die Teilnehmer die Räume im Tatwerk kostenlos nutzen können.
+ Außerhalb der festen Zeiten ist die Nutzung der Räume nach Absprache auch (ebenfalls kostenlos) möglich.

+ Anmeldung zunächst für die Dauer der Basisausbildung (2 Jahre)
+ Im Anschluss ist nach Absprache mit dem Ausbildungsleiter die Aufnahme in die Theaterkompanie möglich
+ Kosten der Basisausbildung: 230 € monatlich
+ Max. 12 Teilnehmer pro Jahrgang

Voraussetzungen für die Teilnahme
Unbedingte Voraussetzungen für die Teilnahme an der Ausbildung sind: Bereitschaft zu intensivster körperlicher, geistiger und emotionaler Arbeit sowie ein hohes Maß an Motivation, Willensstärke und Disziplin, auch im Sinne von Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Die bestmögliche Vorbereitung für die Teilnahme an der Ausbildung ist der Grundkurs Integrales Theater. Dieser gibt dem Interessenten einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise im Tatwerk und dem Leiter die Möglichkeit, einzuschätzen, ob ein Absolvieren der Ausbildung für den Einzelnen möglich und sinnvoll ist. In diesem Falle entfällt das Aufnahmeverfahren.

Schriftlich
Kurze Biographie, Foto, Kopie des letzten Abschlusszeugnisses, Begründung des Interesses an der Ausbildung, ärztliches Attest über einen unbedenklichen körperlichen wie psychischen Gesundheitszustand (Kopie).

Aufnahme-Workshop
Interessenten, die noch nicht im Tatwerk gearbeitet haben, können auf diese Weise einen Einblick in das Konzept des Integralen Theaters erhalten und einen Teil der Dozenten kennen lernen. Sollte die Teilnahme am Workshop nicht möglich sein, ist auch ein Einzel-Aufnahmeverfahren möglich.

+ 2-3 Tage vorwiegend praktische Arbeit der Interessenten mit dem Ausbildungsleiter, damit durch beide Seiten
+ eingeschätzt werden kann, ob ein Absolvieren der Ausbildung möglich und sinnvoll ist.
+ Inhalte: Einführung ins Integrale Theater. Interpretation, Kommunikation, Emotionalität, Koordination,
+++++++ Artikulation, Diktion, Projektion, körperlicher Ausdruck, Improvisation
+ Bitte vorbereiten: Je einen klassischen, zeitgenössischen und selbst verfassten Monolog (je ca. 3 Min. Länge)
+ Persönliches Einzelgespräch nach Ende des Workshops
+ Maximal 12 Teilnehmer pro Workshop; Kosten: 60 €

Kompaniearbeit
Die mindestens eineinhalbjährige Arbeit in der Kompanie ist ein unverzichtbarer Teil der vollständigen Ausbildung, da hier alles gelernte Anwendung findet und weiter entwickelt wird anhand der Erarbeitung und Inszinierung mehrerer Stücke auf professionellem Niveau.

+ Teilnahmevoraussetzung ist der Abschluss der Basisausbildung und die Zustimmung des Ausbildungsleiters
+ Ca. 12 Zeitstunden Arbeit mit dem Regisseur/der Regisseurin
+ Weiterführung und Vertiefung des körperlichen, geistigen und emotionalen Trainings (ca. 5 Wochenstunden)
+ Rechtliche, organisatorische und finanzielle Aspekte der Arbeit in der Kompanie
+ Kosten: Ca. 230 € monatlich